Onboarding von Lehrlingen: So gelingt der Start in die Ausbildung

Der erste Eindruck zählt – das gilt nicht nur im Bewerbungsgespräch, sondern ganz besonders auch beim Onboarding von Lehrlingen. Denn wie sich ein junger Mensch in den ersten Wochen der Ausbildung bei Dir fühlt, hat einen großen Einfluss darauf, ob er oder sie motiviert, loyal und langfristig bleibt. Ein gut geplanter Onboarding-Prozess macht den Unterschied zwischen mitlaufen und mitmachen. In diesem Artikel erfährst Du, was beim Onboarding zu beachten ist, wann es beginnt und wie Du es strukturiert und effektiv gestaltest.


Wann beginnt und wann endet Onboarding?

Viele denken, Onboarding beginnt am ersten Ausbildungstag – das ist zu spät. Onboarding startet idealerweise direkt nach der Zusage und reicht bis weit in die Probezeit hinein (ca. 3–6 Monate). Diese Phase entscheidet maßgeblich darüber, ob sich ein Lehrling willkommen, verstanden und am richtigen Platz fühlt.

Onboarding-Zeitraum im Überblick:

  1. Preboarding (nach der Zusage bis Ausbildungsstart):
    • Informationspakete versenden
    • Kontakt halten (z. B. kurze Willkommensnachricht, Einladung zum Team-Sommerfest)
    • Organisatorisches klären: Arbeitskleidung, erste Uhrzeiten, Ansprechpartner:in
  2. Startphase (1. Tag bis ca. 4. Woche):
    • Willkommensgespräch, Betriebsführung, Kennenlernen des Teams
    • Einführung in erste Aufgaben und Regeln
    • Feedbackgespräche in Woche 1 und 4
  3. Integrationsphase (Monat 2–6):
    • Weiterführende Schulungen, Etablierung im Team
    • Aufbau von Selbstständigkeit
    • Regelmäßiger Austausch mit Ausbilder:in und ggf. Patenlehrling

Was macht ein strukturiertes Onboarding aus?

Ein effektiver Onboarding-Prozess für Lehrlinge ist mehr als eine To-do-Liste – er ist ein systematischer, menschlicher und kommunikativer Einstieg in die Arbeitswelt. Gute Planung vermittelt Sicherheit, Wertschätzung und Orientierung.

Die 5 Säulen eines guten Onboardings:

  1. Orientierung geben
    Lehrlinge kennen die Arbeitswelt noch kaum. Erkläre Abläufe, Zuständigkeiten und Erwartungen in einfacher Sprache – und wiederhole sie, wenn nötig.
  2. Begrüßung mit Wertschätzung
    Ein Willkommenspaket, ein klarer Ablaufplan und ein vorbereiteter Arbeitsplatz machen einen großen Unterschied. Zeige: Du bist hier nicht nur Azubi, sondern Teil des Teams.
  3. Mentoring und Patenschaften
    Ein Buddy- oder Patenmodell mit älteren Lehrlingen schafft Nähe und senkt die Hemmschwelle für Fragen.
  4. Frühzeitige Einbindung
    Gib Deinen Lehrlingen kleine, echte Aufgaben. Erfolgserlebnisse motivieren und fördern das Selbstbewusstsein.
  5. Regelmäßiges Feedback & Austausch
    Plane Feedbackgespräche fix ein – z. B. nach der ersten Woche, nach dem ersten Monat und am Ende der Probezeit. Höre zu, frage nach und gib konstruktive Rückmeldung.

Do’s und Don’ts beim Onboarding von Lehrlingen

 Do’s:

  • Bereite das Team auf den neuen Lehrling vor (inkl. Info über Name, Alter, Startdatum)
  • Erstelle einen klaren Onboarding-Plan mit Zielen für die ersten Wochen
  • Nutze Checklisten, um nichts zu vergessen
  • Dokumentiere Fortschritte gemeinsam mit dem Lehrling
  • Ermögliche kleine Willkommensrituale (z. B. gemeinsames Frühstück, Team-Foto)

 Don’ts:

  • Lehrling ohne Anleitung einfach „mitlaufen lassen“
  • Überfordern mit zu vielen neuen Eindrücken auf einmal
  • Feedback nur dann geben, wenn etwas schiefläuft
  • Erwartungen nicht klar kommunizieren
  • Mangelnde Ansprechbarkeit: Ein Ansprechpartner muss immer verfügbar sein

Fazit

Ein gelungener Onboarding-Prozess für Lehrlinge ist kein Luxus – sondern eine Investition in erfolgreiche, langfristige Ausbildung. Du legst damit den Grundstein für Motivation, Bindung und Entwicklung. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtiger denn je, junge Talente nicht nur zu gewinnen, sondern auch aktiv zu integrieren.

Plane Onboarding mit Herz, Struktur und einem offenen Ohr – dann wird aus dem ersten Arbeitstag der erste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft.